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Fakultät für Biologie, Chemie und Geowissenschaften

Lehrstuhl für Hydrologie - Prof. Dr. Stefan Peiffer

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Diplomarbeit

Untersuchung der Dynamik saurer Pharmaka in Fließgewässern am Beispiel des Roten Mains

Hanna Ulrich (01/2009)

Betreuer: Michael Radke

Viele Arzneimittelstoffe, die bislang in der Umwelt nachgewiesen wurden, sind polar. Daher zeigen sie ein anderes Verhalten in Fließgewässern als "klassische" Schadstoffe wie z.B. PAH. Beispielsweise ist die Entfernung aus dem Oberflächenwasser durch Sorption an Schwebstoffe, die anschließend absedimentieren, sehr gering, auch die Sorption an Sedimente ist vermutlich gering. Dadurch gewinnen andere Eliminierungs-Prozesse an Bedeutung, zum Beispiel die Entfernung durch Photolyse, aber auch hydraulische Wechselwirkungen mit dem Sediment, wo eine Transformation der Substanzen erfolgen kann. Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der zeitlichen Dynamik von Arzneimittel-Inhaltsstoffen im Roten Main unterstrom der Kläranlage Bayreuth. Der Großteil der Substanzen wird aus der Kläranlage Bayreuth in das Gewässer eingetragen, bis zur nächsten Kläranlage erfolgt keine nennenswerte Einleitung von Abwässern mehr. Dadurch ist dieser ca. 12 km lange Flussabschnitt geeignet für die zeitlich hochaufgelöste Untersuchung von Arzneimittelinhaltsstoffen. Es sollen 4 Substanzen, alles Vertreter der sog. sauren Pharmaka, untersucht werden, die unterschiedliche Abbau-Eigenschaften hinsichtlich Photolyse und Transformation im Sediment besitzen. Über einen Zeitraum von ca. 2 Wochen sollen unterhalb der KA Bayreuth sowie oberhalb der KA Neudrossenfeld Wasserproben im 2h-Abstand genommen und auf die Pharmaka untersucht werden. Es wird erwartet, dass für photolabile Substanzen ein deutlicher Tagesgang beobachtet werden kann, während dies für nicht photoabbaubare Substanzen nicht der Fall ist. Ferner sollte die Konzentration der Substanzen, die leicht im Sediment abbaubar sind, stärker abnehmen als die Konzentration der Substanzen, die eine schlechte Abbaubarkeit im Sediment-Wasser-System besitzen. Überschlägige Modellrechnungen zeigen die Realisierbarkeit des experimentellen Ansatzes; die Analysemethoden sind am Lehrstuhl für Hydrologie bereits etabliert. Beginn: möglichst vor/im Sommer 2007

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