Druckansicht der Internetadresse:

Fakultät für Biologie, Chemie und Geowissenschaften

Lehrstuhl für Hydrologie - Prof. Dr. Stefan Peiffer

Seite drucken

Masterarbeit

Kartierung und Quantifizierung des Grundwasserzustroms in den Ammersee (Oberbayern)

Silvia Schultes (08/2017-02/2018)

Betreuer: Ben Gilfedder

Grundwasser ist wichtiger Bestandteil des Wasser- und Stoffhaushalts in Seen, wird aber oft vernachlässigt. Grundwasserzustrom in Seen kann durch natürliche Tracer wie Radon (222 Rn), Temperatur und Leitfähigkeit festgestellt werden, da Grundwasser andere chemische und physikalische Eigenschaften als Seewasser besitzt.

An zwei Messkampagnen im April und Juli 2017 wurde der südliche Ammersee und die Herrschinger Bucht untersucht. Quellen östlich des Ammersees und der Hauptzufluss (Ammer) wurden beprobt. Oberflächennahes Wasser wurde mit einer kontinuierlichen Radonmessmethode kartiert. Einzelne Wasserproben wurden seebodennah und im vertikalen Tiefenprofil entnommen und auf Radon untersucht. CTD-Tiefenprofile der Temperatur und Leitfähigkeit wurden aufgenommen. Der Grundwasserzustrom wurde in den Untersuchungsgebieten durch eine Radonmassenbilanz quantifiziert. Die Wasserbilanz für den Ammersee wurde erstellt.

Die höchsten Radonkonzentrationen wurden im südöstlichen Ammersee und im nördlichen Teil der Herrschinger Bucht mit bis zu 101 Bq/m3 gemessen. An den Quellen wurde eine mittlere Radonkonzentration von 4978 Bq/m3 gemessen, die Ammer weist eine Konzentration von 271 Bq/m3 auf. Seebodennahe Anomalien im CTD-Temperatur- und Leitfähigkeitsprofil konnten an nur drei Messpunkten mit hohen Radonkonzentrationen (>50 Bq/m3) nachgewiesen werden. Ein maximaler Grundwasserzustrom wurde im südöstlichen Ammersee von 0,029 m3/m2/d und in der nördlichen Herrschinger Bucht von 0,009 m3/m2/d berechnet. Der Grundwasserzustrom variiert saisonal und zeigt im Frühjahr höhere Werte (0,021m3/m2/d) als im Sommer (0,006 m3/m2/d). Grundwasser stellt einen Anteil von 0,8 % der zufließenden Komponete in der Wasserbilanz des Ammersees dar, 6,3 % bleiben unbekannt. Durch die hohe Restgröße kann der geschätzte Grundwasserzustrom wahrscheinlich die untere Grenze des tatsächlichen Groundwasserzustroms abbilden. Die Untersuchungen zeigen, dass Grundwasser eine wichtige Komponente in der Wasserbilanz von Seen ist und nicht vernachlässigt werden darf.

FacebookTwitterYoutube-KanalBlogKontakt aufnehmen
Diese Webseite verwendet Cookies. weitere Informationen